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Telematiker – der Elektriker fürs Internet

Der Telematiker ist ein Spezialist, erwachsen aus dem Beruf des Elektrikers. Zu seinem Aufgabenbereich gehören die Installation und Wartung der Technik in Netzwerken, Telefonsystemen oder in Überwachungsanlagen. Als Telematiker wirst du direkt beim jeweiligen Kunden eingesetzt, weshalb du an verschiedensten Orten für eine unterschiedlich lange Zeit tätig bist. Das Berufsbild ist mit dem Elektroinstallateur vergleichbar, wobei sich der Telematiker mit der Technik für Informatik und Telekommunikation beschäftigt. Entscheidest du dich für eine Lehre zum Telematiker und zugleich für eine lehrzeitbegleitende Berufsmaturität, kannst du nach dem erfolgreichen Abschluss an einer Fachhochschule studieren, nach bestandener Passerelle auch an einer Universität.

Welche Voraussetzungen sind für den Beruf Telematiker Voraussetzung?

Mit dem erfolgreichen Abschluss einer mittleren oder höheren Schule kannst du dich bei einer Firma für eine Lehrstelle als Telematiker bewerben. Fast immer wird vom Betrieb mittels Eignungstest entschieden, welcher Bewerber schlussendlich die Lehrstelle erhält. Bei diesem Testerfahren wird Wert auf einige Eigenschaften gelegt, die für einen Telematiker unerlässlich sind.

  • Ein Telematiker benötigt überdurchschnittlich gute Fähigkeiten und Kenntnisse in den Bereichen Geometrie, Mathematik sowie Physik.
  • Begeisterung für Technik und Informatik sollte vorhanden sein.
  • Abstrakte, logische Denkweisen sind unerlässlich.
  • Eine gute und präzise Feinmotorik ist notwendig.
  • Farbsehstörungen schliessen dich von diesem Beruf aus, denn du musst verschiedene Kabel sicher identifizieren können.
  • Telematiker müssen flexibel und belastbar sein, denn es kommt vor, dass du unter Zeitdruck arbeiten musst, teilweise auch im Bereitschaftsdienst nachts oder am Wochenende.

Wie ist die Ausbildung zum Telematiker bis zur EFZ aufgebaut?

Wie beim Elektroplaner, so dauert die Lehre zum Telematiker vier Jahre. Beides sind Berufe in der Elektrobranche, die sehr hohe Ansprüche stellen und mit überdurchschnittlich anspruchsvollen Jobs verbunden sind. Während der Grundbildung steht im ersten Lehrjahr die Basis der Elektrik und Elektronik auf dem Ausbildungsplan. Bereits danach lernst du, Schaltpläne sowie Kabelpläne zu lesen und diese selbst anzufertigen, was beim Elektroplaner der hauptsächliche Teil des Jobs ist. Im dritten Lehrjahr installierst du zusammen mit einem Gesellen oder mit dem Meister Telefonanlagen und baust ganze Netzwerke auf. Im Abschlussjahr vor der EFZ führst du diese Tätigkeit selbstständig aus, wobei ein erfahrener Geselle kontrollieren wird, ob du deinen Job fehlerfrei erledigt hast.

Welche Berufe arbeiten direkt mit dem Telematiker zusammen?

Als Telematiker kommst du in Kontakt mit Menschen ausserhalb der Elektrobranche, aber auch mit Kollegen und Kolleginnen, die dem Telematiker verwandte Berufe ergriffen haben:

  • Den Strom für die zu installierende Telefonanlage oder das Netzwerk stellt dir der Elektriker oder der Elektroinstallateur bereit.
  • Für eine sichere Verkabelung der Stromzuleitungen sorgt der Montagelektriker.
  • Die Einrichtung des Netzwerks wird vom Informatiker durchgeführt.
  • Für die Funktion von Faxgeräten, Telefonen, Gegensprechanlagen und Überwachungsanlagen ist der Kommunikationstechniker zuständig.
  • Überdies kommst du mit dem Auftraggeber und eventuell mit dessen Mitarbeitern in Kontakt, von der Sekretärin über Spielentwickler bis hin zu Beschäftigten in einem Call-Center.

Werden Jobs und Lehrstellen für Telematiker in der gesamten Schweiz angeboten?

In jedem Kanton in der Schweiz findest du mindestens eine Telematik Firma oder ein Unternehmen aus der Elektrobranche, das über eine Abteilung für Telematiker verfügt. Auch berufsbildende Schulen mit der Fachrichtung Telematiker sind in der Regel nahebei angesiedelt. Ausserdem bieten Grossbetriebe und Konzerne Lehrstellen sowie Arbeitsplätze für Telematiker, beispielsweise internationale Online-Kaufhäuser oder global tätige Unternehmen. Aber auch Behörden, in denen grosse Datenmengen verarbeitet werden müssen, beispielsweise im Rechenzentrum der Eidgenössischen Steuerverwaltung, der ESTV, bieten Stellen.

Welche Weiterbildung ist möglich?

Generell sind Telematiker flexibel und belastbar. Deshalb entscheiden sich etliche Auszubildende dazu, bereits während der Lehre eine Berufsmaturität zu absolvieren. Mit dem Ende der Lehre stehen dann mit der EFZ und der Berufsmaturität gleich zwei Prüfungen an, die aber zusammen den Weg zur nächsten Fachhochschule frei machen. Ausserdem kannst du die Passerelle nutzen. Diese beinhaltet zwar eine dritte Prüfung, aber im Prinzip stehen dir danach alle Studienfächer an den allgemeinen Hochschulen offen. Das bedeutet quasi, dass Auszubildende zum Telematiker ihre Berufswahl noch nicht endgültig getroffen haben, denn es stehen zahlreiche Alternativen offen.

Werden Berufe wie der Telematiker als zukunftssicher angesehen?

Unbedingt, denn ein Telematiker arbeitet in einer Branche, die sich ständig in der Weiterentwicklung befindet. du wirst bei deinen Jobs Kabel mit einem Kern aus Kupfer verlegen, aber auch mit Glasfaserleitungen. Und zukünftige Zwischenspeicher aus Kristallen kannst du nach einer intensiven Einweisung ebenso selbstverständlich in ein Netzwerk integrieren, wie du die mehrfach gesicherte Notrufleitung für den Rettungsdienst installierst. Überdies sind auf dem Arbeitsmarkt mehr offene Stellen für Telematiker vorhanden, als es Bewerber gibt. Grund dafür ist die mit vier Jahren etwas längere Ausbildung, weshalb in einigen Firmen nicht alle Lehrstellen besetzt werden können.

Welche Arbeitsstellen sind für Telematiker besonders lukrativ?

Hast du deine Lehre erfolgreich beendet und etwas Berufserfahrung gesammelt, steht dir als Telematiker quasi die Welt offen. Derart spezialisierte Fachkräfte werden weltweit gesucht, insbesondere bei Grossprojekten. Wird irgendwo in der Welt ein Kraftwerk oder ein Flughafen neu gebaut, werden für die Telefon- und Datensysteme Telematiker benötigt. Darüber hinaus bieten einige aufstrebende Länder Stellen für Telematiker an, die mit längerfristigen, aber gut dotierten Verträgen verbunden sind. Hier sind in erster Linie arabische Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate oder Qatar zu nennen.