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Stromkabel Farben richtig deuten

Stromkabel haben verschiedene Farben, die ihre Funktion bei Elektroinstallationen zu erkennen geben. Die Farben markieren die Funktion einer Ader, wobei die Wahl der Farben europaweit festgelegt ist. Im Niederspannungsnetz sind bei elektrischen Leitungen drei Adern farblich gekennzeichnet. Wenn du eine Lampe, einen Schalter, eine Steckdose oder andere elektrische Vorrichtungen in Haus oder Wohnung montierst, musst du die Adern richtig anschliessen beziehungsweise verbinden. Im Folgenden erfährst du mehr über die Farben der Stromkabel und wie du eine Installation fachgerecht ausführst.

Welche Stromkabelfarben kommen bei einer Elektroinstallation vor?

Bei allen elektrischen Anschlüssen musst du in der Regel drei Kabel richtig anschliessen. Diese sind folgendermassen farblich gekennzeichnet:

  • Aussenleiter: Auch Phase genannt. Er leitet den Strom zum Gerät und steht daher unter Spannung. Die Aussenleiter L1 bis L3 sind in den Farben Schwarz, Braun und Grau ummantelt.
  • Neutralleiter: Der Neutralleiter oder Nullleiter leitet den Strom vom Gerät zur Stromquelle zurück. Er sorgt also dafür, dass der Stromkreis geschlossen ist. Dieser Leiter ist blau ummantelt.
  • Schutzleiter: Der Schutzleiter beziehungsweise die Erdung stellt sicher, dass eine Berührungsspannung in Richtung Erde abgeführt wird. Er verhindert damit bei Bedarf eine Überlastung des Stromkreises. Dieser Leiter verfügt über eine grün-gelbe Ummantelung.

Welche Phasen kommen bei Wohnungsinstallationen vor?

Bei Wohnungsinstallationen werden Aussenleiter vom Typ L1, L2 und L3 verwendet. Vom Sicherungskasten aus führt eine der drei Phasen zu jedem Leuchtenanschluss. Beim Anschliessen einer Lampe oder eines Geräts können also die Kabelfarben Schwarz, Braun und Grau auftreten. Sie signalisieren alle einen Aussenleiter und sind auf dieselbe Weise anzuschliessen.

Welche Besonderheiten sind bei der Anbringung eines Schalters oder einer Lampe zu beachten?

Typischerweise kommen in modernen Haushalten nur drei verschiedene Kabelfarben an einem Anschlussort vor. Die Erdung ist immer in Grün-Gelb und der Neutralleiter in Blau gekennzeichnet. Der Aussenleiter kann schwarz, grau oder braun sein, wobei nur eine der drei Kabelfarben pro Anschluss auftritt. Vereinzelt kommen in Wohnungen auch Stromkabel mit vier Adern vor. In diesem Fall gehst du von der folgenden Farbanordnung aus:

  • Erdung = Grün-Gelb
  • Neutralleiter = Blau
  • erster Aussenleiter = Schwarz
  • zweiter Aussenleiter = Braun

Wenn bei Altbauten keine Erdung vorhanden ist, ist der Neutralleiter blau, während der Aussenleiter schwarz, grau oder braun ist.

Wie schliesse ich eine Lampe richtig an?

Um eine Lampe mit dem Stromnetz zu verbinden, gehst du folgendermassen vor:

  1. Schalte den Strom im Sicherungskasten ab.
  2. Sichere die Anlage gegen Wiedereinschalten und stelle die Spannungsfreiheit mit einem Prüfgerät fest.
  3. Decke benachbarte unter Spannung stehende Teile ab.
  4. Entmantele die Leitung.
  5. Verwende passendes Werkzeug, um die Litzen der Kabel abzuisolieren, sodass du freie Drähte in einigen Zentimetern Länge erhältst.
  6. Achte auf die richtige Länge der blanken Stelle.
  7. Verbinde die Erdung aus Wand oder Decke mit der Erdung der Lampe.
  8. Verbinde dann den Aussenleiter mit dem Aussenleiter und dem Neutralleiter mit dem Neutralleiter.
  9. Verwende dafür zugelassene Leiterklemmen oder Andernendhülsen.
  10. Sorge für die Zugentlastung der Leuchtenleitung.
  11. Bringe die Schutzummantelung von Lampe und Schalter wieder an. Verwende Ummantelungen der Schutzart IP20 oder höher.

Wie schliesse ich einen Herd richtig an?

Der Anschluss eines Herds ist eine etwas komplexere Elektroinstallation. Er benötigt mehr Energie als ein Aussenleiter liefern kann. Daher findest du beim Herdanschluss neben dem Neutralleiter und der Erdung drei Aussenleiter vor. Es verbergen sich also fünf Adern unter der Herdanschlussdose. Beachte ausserdem, dass der Herd Starkstrom nutzt. Es ist also besonders wichtig, beim Anschluss eines Elektroherdes alle Sicherheitsmassnahmen zu beachten und die Kabel richtig zu verbinden. Beachte dabei, dass die Aussenleiter Schwarz, Braun oder Grau sind. Sie können auch alle drei eine dieser Farben aufweisen. Wenn keine Erdung vorhanden ist, findest ein fünfadriges Stromkabel mit der folgenden Farbverteilung vor: Der Nullleiter ist blau und die Aussenleiter sind braun oder schwarz gekennzeichnet.

Mit welchen Sonderfällen ist bei Elektroinstallationen in Altbauten zu rechnen?

Viele Altbauten verfügen über Leitungsnetze, die nicht den heutigen Standards entsprechen. Deshalb musst du hier mit anderen Farbkombinationen rechnen. Bis in den 1970er Jahre wurde beispielsweise der Neutralleiter in Grau oder Hellgrau gekennzeichnet, während heute Blau die Standardfarbe ist. Bei dreiadrigen Kabeln in Altbauten sind die Aussenleiter oftmals schwarz, blau oder braun. Die Verwechselung von Nullleiter und Aussenleiter ist eine häufige Fehlerquelle bei Elektroinstallationen in Altbauten. Deshalb sollten sie von einem Fachmann ausgeführt werden.

Warum sollte ich Elektroinstallationen von einem erfahrenen Elektriker ausführen lassen?

Die richtige Zuordnung der Farben von Stromkabeln ermöglicht auch Laien, einfache Elektroinstallationen im Haushalt auszuführen. Das gilt zum Beispiel für die Anbringung einer Lampe, eines Schalters oder einer Steckdose. Wenn es allerdings um komplexere Leitungsnetze oder um Starkstrom geht, können Fehler schwerwiegende Folgen haben. In Altbauten muss zudem mit anderen Farbkombinationen bei Stromkabeln gerechnet werden. Deshalb solltest du in diesen Fällen die Elektroarbeiten einem erfahrenen Elektriker überlassen. Er bringt das nötige Know-how sowie passendes Werkzeug mit und führt auch komplexe Installationen fachgerecht aus.

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