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Elektroverteilungen – die wichtigsten Fragen zu Anlagen und Elektrik knapp beantwortet

Elektroverteilungen – die wichtigsten Fragen zu Anlagen und Elektrik knapp beantwortet

Schon im Kindergartenalter spielt der Nachwuchs gerne mit Leitungen und Drähten, einem kleinen Stromanschluss über Batterien und farbigen Lämpchen. So erarbeiten sich Kinder die Grundlagen der Elektrotechnik, lernen Physik, bauen ihre ersten Stromkreise und verstehen, was ein Kurzschluss ist. Anleitungen führen durch die kindgerechten Experimente. Nun darf aber nicht jeder, der sich diese Grundlagen früh selbst vermittelt hat, deshalb die Elektrik eines Hauses installieren. Diese Leistung bleibt Fachleuten vorbehalten, die sich mit Schaltanlagen und Schaltschränken in grossen Unternehmen genauso auskennen wie mit dem Elektroschaltplan für das Einfamilienhaus. Wir haben die häufigsten Fragen zu Elektroverteilungen zusammengetragen!

Warum müssen alte Elektroinstallationen erneuert werden?

Alte Elektroinstallationen und Elektroverteilungen sind nach heutigem Standard oft nicht sicher. In vielen Altbauten sind altersschwache Leitungen eine Brandgefahr, der Sicherungskasten ist für die Anforderungen moderner Elektrogeräte ungeeignet. Daher müssen alte Elektroinstallationen irgendwann modernisiert werden. In der Schweiz gibt es Mindestanforderungen, die Elektroinstallationen erfüllen müssen.

Wiegt der Bestandsschutz bei alten Anlagen schwerer als Sicherheitsbedenken?

Bestehende Elektroinstallationen können weiter genutzt werden, wenn:

  • die Anlage den SN-Normen und -Vorschriften entspicht, die zum Zeitpunkt der Installation gültig waren
  • Folgenormen und spätere Regelwerke keine Anpassung an den aktuellen Stand der Technik fordern (die Anlage wurde also in der Vergangenheit nicht überarbeitet)
  • die elektrische Anlage immer noch unter den Betriebs-, Nutzungs- und Umgebungsbedingungen betrieben wird, die zum Zeitpunkt ihrer Installation galten und für die sie ausgelegt wurde
  • es keine Mängel gibt und keine Gefahr irgendeiner Art von der Anlage ausgeht und bereits vorgenommene Erweiterungen und Erneuerungen die bestehenden Schutzmassnahmen nicht negativ beeinflussen (weder in der bestehenden Anlage, noch in den Erweiterungen)

Es ist also kompliziert. Das alles zu beurteilen übersteigt die Fähigkeiten von Laien. Allerdings gehören Beratungen, Überprüfungen und vor allem der Sicherheitscheck zu den Dienstleistungen geschulter Elektroinstallateure. Grundsätzlich gilt: Bestehen Zweifel, hat die Sicherheit aus gesetzlicher Sicht immer Vorrang vor dem Bestandsschutz.

Wer darf die Elektrik am Bau verlegen?

Die meisten Arbeiten am Bau müssen von Experten durchgeführt werden. Elektriker kümmern sich darum, die Installationen vorzunehmen, von der Lüftung über das Telefon bis hin zu den einzelnen Steckdosen. Dazu gehört

  • die Planung
  • das Verlegen von Leitungen
  • die Installation von Einzelteilen

Einige Dinge darfst du selbst erledigen. Wenn du möchtest, darfst du neben der Planung

  • die Schlitze mit dem Bohrhammer stemmen
  • die Unterputzdosen setzen
  • Rohre und Leitungen verlegen
  • den Unterverteiler und den Zählerschrank setzen
  • die Kabel und Drähte einziehen.

Die Frage ist allerdings, ob du dir das zutraust. Immerhin sind das etwa fünfzig bis sechzig Prozent der Arbeiten, die die Elektroverteilungen ausmachen. Und du musst dabei von einer fachlich ausgebildeten Person überwacht werden, die deine Arbeiten permanent kontrolliert. Der Einbau und Austausch von Steckdosen und Schaltern muss vom lizenzierten Fachmann durchgeführt werden, alle Arbeiten an den Schaltkästen und den Anschluss der Lampen musst du ebenfalls dem Fachmann überlassen. Ob du also so viel Geld sparen kannst, wenn du die erlaubten Arbeiten selbst übernimmst, ist fraglich.

Müssen Anlagen überprüft werden, bevor sie in Betrieb gehen?

Die Anlagen müssen tatsächlich noch überprüft werden. Und zwar nicht nur bei einer kompletten Neuinstallation, sondern erstens in einem regelmässigen Turnus und zweitens nach jeder Änderung, Modernisierung oder Erweiterung.

Wie werden Modernisierung, Erweiterung und Änderung von elektrischen Anlagen rechtlich auseinander gehalten?

Eigentlich meinen alle drei Begriffe erst einmal das Gleiche: Die bestehenden Anlagen oder Teile davon werden in irgendeiner Art und Weise umgebaut. Trotzdem solltest du die Begriffe kennen.

  • Bei einer Erweiterung wird ein Anlagenteil ergänzt. Dabei kann es sich um einen Stromkreis oder eine einzelne Steckdose handeln.
  • Änderungen an elektrischen Anlagen sind umfangreicher. Eine Änderung liegt vor, wenn eine Steckdose wegen baulicher Veränderungen an eine andere Stelle versetzt wird der dergleichen.
  • Eine Änderung ist aber nicht zwangsläufig eine Modernisierung, denn der Zustand der Anlagen wird dadurch nicht immer verbessert, sondern oft nur (wertungsfrei) verändert. Bei einer Modernisierung verbessert sich der Zustand der elektrischen Anlage. Das heisst konkret: Der Gebrauchswert erhöht sich. Der Komfort oder das Sicherheitsniveau ist nach der Modernisierung höher. Das kann durch zusätzliche Stromkreise, Schalter, Sicherungen oder ähnliches geschehen.

Was gehört überhaupt alles zu den Elektroinstallationen?

Man spricht immer dann von Elektroinstallationen, wenn es um das Errichten von elektrischen Anlagen geht. Wir bewegen uns hier im Niederspannungsbereich, meist meint der Begriff daher

  • die Stromversorgung in Privathäusern und anderen Immobilien
  • die elektrische Beleuchtung und Hausinstallation
  • industrielle Anlagen und Schaltschränke
  • die Installationen in Fahrzeugen

Während also die Stromversorgung von Lampen und Telefon dazu zählt, ist die Heizung in den Räumen deines Hauses keine Elektroinstallation.

Wozu brauche ich einen Sicherungskasten im Haus?

Im Sicherungskasten wird für die Sicherheit der elektrischen Leitungen gesorgt. In der Regel hängen an der Leitung, die in einen Raum führt, mehrere Steckdosen, Lampen und so weiter. Die Leitungen sind aber nur für eine bestimmte Stromlast ausgelegt. Übersteigt die Stromlast durch zu viele Verbraucher (also Geräte) diesen Toleranzbereich, erhitzt sich die Leitung und es besteht Brandgefahr. Um das zu verhindern, gibt es im Sicherungskasten an jeder Leitung eine Sicherung. Wird die Spannung zu gross, „fliegt die Sicherung heraus“. Der Stromkreis ist dann unterbrochen und nichts geht mehr.

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