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Ein Leitungssuchgerät verhindert Stress und Unfälle beim Bohren

Ein Leitungssuchgerät verhindert Stress und Unfälle beim Bohren

Eine angebohrte Strom-, Gas- oder Wasserleitung ist der schlimmste Albtraum jedes Hand- und Heimwerkers. Die Folgen sind oft weitere Schäden durch Kurzschlüsse oder austretendes Wasser. Gewöhnlich ist die Reparatur aufwändig, weil niemand eine Leitung durch ein winziges Bohrloch flicken kann, sodass zwangsläufig das Aufstemmen der Wand folgt. Besonders schwierig wird die Reparatur, wenn du beispielsweise tagsüber mehrere Löcher gebohrt hast und erst abends festellst, dass das Licht plötzlich flackert. Nun lässt sich ohne genaue Prüfung gar nicht mehr feststellen, wo genau die Stromleitung beschädigt ist. Spätestens jetzt ist ein Leitungssuchgerät notwendig – das du besser schon vorher benutzt hättest.

Wie funktioniert ein Leitungssucher?

Leitungssuchgeräte erzeugen ein elektrisches Spannungsfeld oder ein Magnetfeld und erkennen stromführende Leitungen mit Hilfe von Induktionsspannung. Der Anwender führt das mit Batterien betriebene Gerät einfach von aussen über die Wand. Der Tester überwacht dabei das erzeugte Feld und signalisiert Veränderungen der Messwerte optisch oder akustisch. Einige Produkte kombinieren auch eine blinkende LED mit einem Signalton, andere zeigen ein Balkendiagramm auf einem Display.

Wann ist es nötig, Leitungssuchgeräte zu kalibrieren?

Wenn du einen Leitungssucher hast, der über eine Kalibrierungsfunktion verfügt, solltest du sie auch vor jedem Messvorgang benutzen. Das Ergebnis der Suche würde andernfalls unnötig verfälscht. Allerdings lassen sich einfache Geräte gar nicht nachträglich kalibrieren, sondern arbeiten mit einer universellen Einstellung. Das muss nicht unbedingt von Nachteil sein. Wichtiger ist, dass sich der Anwender dieses Umstandes und der daraus folgenden geringeren Genauigkeit bewusst ist.

Welche Produkte sind empfehlenswert?

Welches Leitungssuchgerät das richtige für dich ist, hängt davon ab, welche Leitungen du in welchen Wänden finden willst. Je grösser die Messtiefe in Wänden sein soll, umso teurer werden die Geräte. Ausserdem hängt der Preis von den Materialien ab, die ein Leitungssuchgerät finden soll. Wenn du in einem Neubau aus Stahlbeton wohnst, brauchst du nicht unbedingt ein Gerät, das Holz erkennt. Hast du dagegen ein Fachwerkhaus oder musst immer wieder Holzbalken hinter Rigipswänden finden, um etwas daran aufzuhängen, begnügst du dich besser nicht mit einem Leitungssuchgerät, das nur Metall und Stromleitungen erkennen kann.

Welche Fehlerquellen gibt es für Leitungsfinder?

Die Empfindlichkeit der Messtechnik bereitet den Anwendern oft Probleme – wenn sie zu hoch ist, ist das ebenso schwierig wie andersherum. Ein Leitungssuchgerät, das einen grösseren Bereich detektiert, als du annimmst, wird dir eventuell Leitungen anzeigen, die dich gar nicht interessieren. Stell dir zum Beispiel vor, das Gerät meldet eine Stromleitung, die sich tatsächlich gar nicht auf deiner Seite der Wand befindet, sondern auf der anderen Seite unter Putz verlegt ist. Wenn du nicht weisst, wie dick die Wand ist, bist du nicht in der Lage, sicher festzustellen, ob du nun an der gewünschten Stelle bohren darfst oder nicht. Eine weitere häufige Ursache für Fehler sind sehr viele auf engem Raum verlegte Leitungen. Dort werden einige Produkte möglicherweise überall auf der Wand anschlagen und Zwischenräume nicht zuverlässig erkennen.

Welche Bauteile finden die Geräte?

Handelsübliche Leitungssucher, die jeder Heimwerker im Baumarkt bekommt, können Holz, Metall und elektrische Leitungen erkennen. Damit findest du die meisten Dinge, mit denen Heimwerker in Konflikte geraten könnten, wie beispielsweise:

  • Holzbalken
  • Metallträger
  • Wasserrohre
  • Strom- und Datenleitungen
  • Armierungsstahl
  • Gasleitungen

Nicht erkennbar sind Leer- und Abwasserohre aus Kunststoff oder Keramik. Deshalb ist in Bereichen, wo sie zu vermuten sind, äusserste Vorsicht oder professionelles Vorgehen ratsam.

Welche zusätzlichen Informationen sind wichtig?

Weil bei der Arbeit mit einem Leitungssucher immer fehlerhafte Ergebnisse auftreten können, ist es sehr wichtig, weitere Informationen nicht ausser Acht zu lassen. Wenn du weisst, dass in einer Wand eine Stromleitung sein muss, dein Leitungsfinder aber nichts anzeigt, lass dich davon nicht beirren. Sieh dir genau an, wo zum Beispiel Lichtschalter oder Steckdosen sind, und zieh deine eigenen Schlussfolgerungen. Lass im Zweifelsfall niemals das Leitungssuchgerät entscheiden. Falls nötig, ist es besser, einen Profi mit anspruchsvollerer Messtechnik hinzuzuziehen. Bauzeichnungen zu prüfen, hilft gelegentlich bei der Einschätzung der Gegebenheiten. Achte aber darauf, dass es möglich ist, dass Leitungswege sich nachträglich geändert haben. Bei Wandstärken kommen hingegen eher keine Veränderungen vor.

Wie arbeiten Profis mit Ortungsgeräten?

Elektriker verwenden spezielle Prüfgeräte. Diese hochwertigen Produkte bestehen aus einem Sender, einem Empfänger mit Display und weiterem Zubehör. Damit lassen sich Leitungswege sehr viel detaillierter untersuchen. Der Sender schickt ein eigenes elektrisches Signal durch eine Leitung, die der Empfänger so präzise erkennt. Unterbrechungen sind dabei ebenfalls messbar – zum Beispiel bei der Suche nach einem Kabelbruch in einer Wand. Elektrische Leitungen mit dem Sender unter Strom zu setzen, ist über eine Steckdose oder ähnliche Anschlussmöglichkeiten recht einfach. Mit einem derartigen Leitungsfinder lassen sich zusätzlich Leerrohre sichtbar machen. Der Handwerker zieht dazu einen Draht hindurch, der das Signal des angeschlossenen Senders weiterleitet und für den Empfänger darstellt. Auf diese Weise zeigen sich selbst Abwasserleitungen, die zwei Meter tief im Erdreich liegen.

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